…gegen männliche Gewalt und sexistische Benachteiligung
Wir wollen die Solidarität unter Frauen und Divers stärken, denn gegen sie gibt es täglich Angriffe. Sei es Sexismus im Alltag, körperliche Übergriffe auf der Straße oder Partnergewalt – patriarchale Gewalt steigt weiter an. Von Femiziden (Tötung von Frauen) bis hin zu jugendlichen Jungs die Mädchen und queere Jugendliche verbal oder im Internet sexistisch angreifen, all diese Taten sind keine Einzelfälle und kommen nicht von ungefähr. Wir leben in einem System, das eine bestimmte Art von Männlichkeit hierarchisch über Frauen und queere Menschen stellt, diese abwertet und (cis-)Männern auf allen Ebenen gesellschaftlichen Lebens Macht gibt – dem Patriarchat.
Die Gleichstellungsbewegungen, die in der letzten Zeit teilweise zu mehr Rechten geführt hat, scheint diese Vorteilstellung von Männern zu bedrohen. Wir können es uns wie ein Fußballfeld vorstellen, das gekippt ist und auf dem eine Seite bisher immer bergauf gespielt hat. Wenn das Feld plötzlich mehr in die Waagerechte gebracht wird, fühlt sich diese Gleichstellung wie ein Verlust für die andere Seite an. Dagegen gibt es momentan einen backlash, also ein Zurückschlagen von patriarchaler Männlichkeit, das sich u.a. in den erhöhten Zahlen von Gewalt an Frauen ausdrückt. Auch queere Menschen sind davon bedroht, denn sie stellen ein konservatives und oft sexistisches Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit mit ihrer Existenz infrage.
…für eine nachbarschaftliche Gemeinschaft gegen Hass
Rechte Ideologien lassen sich sehr gut mit patriarchalen Vorstellungen verweben und beide bestärken sich gegenseitig. Aktuell beeinflussen rechte Kräfte das gesellschaftliche Klima hin zu einem angst- und hasserfüllten. Für uns ist Gesellschaft jedoch ein friedvolles Miteinander, das auf geteilten Werten und gegenseitiger Hilfe beruht – eben solidarisch ist. Wenn es in einer Nachbarschaft Austausch und Gemeinschaft gibt, schützt das vor dem Verbreiten eines Gedankenguts, das sich gegen die richtet, die äußerlich oder gedanklich abweichen. Die Rechte instrumentalisiert unsere Ängste in einem ökonomischen und politischen Klima, in dem es immer schwieriger wird über die Runden zu kommen, und das gute Leben immer weiter weg zu rücken scheint. Weil rechte Politikmache vor allem über Angst und Emotionalität funktioniert, entbehrt sie oft jeglicher Logik, und ist in einer starken Gemeinschaft leicht auszuhebeln.
Wir brauchen keine rassistischen Sündenböcke sondern gesellschaftlichen Zusammenhalt und echte Lösungen für wirtschaftliche Probleme. Aus diesen Gründen verstehen wir Selbstverteidigung auch als eine gesellschaftliche Haltung gegen den Rechtsruck.
Gerade wir als Frauen, Lesben, Inter, Nicht-binäre, Trans und Agender-Personen („FLINTA“) können eine zentrale Rolle in gesellschaftlichem Zusammenhalt einnehmen, da sich die Ideologien sowohl des Patriarchats als auch des Faschismus zuerst gegen uns richten. Wir haben Erfahrung mit den sexistischen, rassistischen oder queerfeindlichen Angriffen und können unser Wissen nutzen und uns gegenseitig zu unterstützen. Wir stehen auf gegen Rechts und patriarchale Gewalt und organisieren uns!
Was heißt „FLINTA“?
Unsere Einladung richtet sich an FLINTA-Personen. Das steht für Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche, Nicht-binäre und Trans-Personen ‒ also Menschen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität im Patriarchat diskriminiert werden.
Kommende Termine des Kurses:
– Samstag, 9. Mai von 11:00 – 17:00 Uhr: praktische Selbstverteidigung und Selbstbehauptung
– Samstag, 28. Juni 10-17 Uhr: Bildungstag
– Samstag, 18. Juli 12-16 Uhr: praktische Selbstverteidigung
– Samstag, 23. August 10-17 Uhr: Bildungstag
Wir bitten alle Teilnehmenden möglichst an allen Terminen teilzunehmen da es sich um eine Reihe handelt. Anmeldung erforderlich, unter Feministische-Selbstverteidigung-nh(at)riseup.net
Der nächste Kurs wird im Herbst 2026 beginnen.